Wagner - Bäder und Wärme

Billiger Gaming PC – Was kann ich davon erwarten?

Geschrieben am 05. November 2010 von Andy

Ein Gaming PC für 449,99€ – geht das? AHCT und OC-Freaks versuchen, es herauszufinden!

In dem Blog-Eintrag weiter unten wurde dieser Hardwaretest ja bereits angekündigt. Trotzdem noch einmal die technischen Daten zum “Low-Budget-PC”:

AMD Athlon 2 X3 445 ( 3 x 3,1 GHz )
ASRock N68C-S UCC
2GB DDR3-RAM 1333 MHz
500GB Seagate Barracuda.12
LG DVD-Brenner
420W LC-Power Netzteil
Palit GTS250 512MB GDDR3
schwarz/silberner ATX-Miditower

OS: Windows 7 HomePremium 64bit

= 449,99€

Fangen wir mit dem Prozessor und dem Asrock-Board an.
Ein AMD Athlon-II X3 445? X3 was ist das ? Dualcore und Quadcore kennt man. Das Ganze ist einfach nur dazu da, um nicht 100% korrekte Quadcores trotzdem zu verkaufen. Das bedeutet, der vierte Core ist  eigentlich doch da !
Dies haben die Mainboardhersteller auch mitbekommen und darauf reagiert. Man kann diesen deaktivierten vierten Core nämlich freischalten. OHA !

Asrock vermarktet das Ganze unter “UCC” – Unlock CPU Core.

Genau: man kann einfach aus einem Triple-Core CPU einen Quad-Core CPU machen! Für viele wird das schon ewig bekannt sein, es gibt aber sicherlich auch einige unter euch, die das noch nicht wussten …

Soviel zur Theorie. Was bedeutet das nun für das System und die Leistung ?
Man hat Ganz einfach: Man hat nun einen Quadcore Prozessor! Viele Anwendungen sind mitlerweile auf Quadcores ausgerichtet.  Spiele profitieren davon und jedes aktuelle Videobearbeitungsprogramm freut sich über einen vierten Kern.

Wir haben diesen vierten Kern also freigeschaltet (das ist allerdings nicht 100% bei jeder CPU zu garantieren):

athlon-2-x4-x3-gts250

Das alleine sollte schon einen ordentlichen Schub an CPU-Leistung bringen. Ob das wirklich so ist, werden wir sehen.

RAM im Dual-Channel ?
Bringt es denn die erhoffte Mehrleistung, wenn man doch so auf das Budget achten muss ? Auch das wird mit aufgeführt.

Kommen wir zu den Benchmarks unseres Low-Budget-PC.
Man kann natürlich noch etlich andere Tests durchführen aber im Groben sieht man hier auch worauf es hinaus läuft. Es kostet wirklich viel Zeit, jede einzelne Konfiguration zu testen! Wir haben  uns auch Benchmarks beschränkt die jeder zu Hause nutzen kann.
Hätte gerne noch den Cache und Memorybenchmark von Everest gemacht, wir hatten aber leider keine Ultimate-Version zur Hand. Damit wären natürlich viel bessere Vergleiche zum Speicherdurchsatz etc möglich gewesen.

Als erstes haben wir einen Vergleich aufgestellt von Triple-Core, Quad-Core und Quad-Core mit Dual-Channel RAM. Genutzt wurden dafür 3DMark06 und 3DMark Vantage, hier hat man auch den Vergleich von CPU-Score und GPU-Score und sieht den Einfluss von Änderungen:

Fangen wir mit 2D / CPU-Score an:

Vergleich-x3-x4-x4-dualchannel-cpu-score-benchmark

Man sieht hier schon, daß sich was tut! Am meisten fällt es bei den Berechnungen des moderneren 3DMark Vantage auf. Nicht schlecht, der günstige Athlon-II X3!

Was ändert sich bei 3D Anwendungen dadurch ?
Auch das sehen wir in dem unten aufgeführten Diagramm.

Gesamtscore 3D Marks:

Vergleich-x3-x4-x4-dualchannel-punkte-3dmark

Man merkt sofort, dass der 3DMark06 sehr CPU-lastig ist und ordentlich was an Punkten drauf schlägt, wohingegen der Vantagetest fast unbeindruckt bleibt.

Hier habt ihr noch mal die einzelnen Ergebnisse und könnt euch die SM2, SM3 und bei Vantage die GPU-Score im Detail anschauen. Was die GTS250 in den Benchmarks leistet ist auf den Screenshots zu sehen:

3DMark06 (von links nach rechts X3, X4, X4+Dual-Channel)

3dmark06 original 3dmark06 original x4 3dmark06 original x4 dualchannel

3DMark Vantage (von links nach rechts X3, X4, X4+Dual-Channel)

vantage original vantage original x4 vantage original x4 dualchannel

Crysis wird sicherlich jedem ein Begriff sein. Wir haben es uns nicht nehmen lassen und auch den Crysis Benchmark ausprobiert. Nach mehren Tests habe ich mich für moderate und sehr gut spielbare Einstellungen entschieden. Mal sehen, wie die kleine GTS250 abschneidet.

Die Settings : 1680×1050 DX10 High noAA

GPU-Benchmark CRYSIS:

crysis dx10 gpu high nachphysx X4

Fazit

Das Arbeiten mit diesem Rechner macht wirklich Spaß! Alles geht flink vonstatten, ob es die Installation von Windows 7 war oder das Arbeiten mit mehreren geöffneten Programmen parallel. Ein optimaler Arbeits-PC ist es auf jeden Fall!
Etwas ältere DirectX9 Spiele sind auch in hohen Einstellungen sehr gut spielbar.

Aber:

Direct-X10 bringt die kleine GTS250 an ihre Grenzen! Für das ein oder andere Spiel reicht es dennochvöllig aus.
Denn was sagt der Kunde (mit wenig Budget oder Interesse an HighEnd) wenn er in den Laden kommt: ” Ich hätte gern einen neuen Rechner, der soll aber nicht viel Kosten und ab und zu Spiel ich mal eine Runde Call of Duty”.

Ich denke mit diesem System hat man einen guten Kompromiss für einen angemessenen Preis. Die Mega-Gaming-Konfiguration ist es aber natürlich auf keinen Fall! Das war uns aber von vornherein schon klar. Es ging mehr darum, was man für seine 449€ erwarten kann und was man wirklich mit solch einem doch recht kleinen Budget umsetzen kann.

Was kann man verbessern?
Für ein paar Euro mehr ist das System durchaus zum spielen aktueller Games in höheren einstellungen geeignet! Zum Beispiel durch das Upgrade auf eine nVidia GeForce GTX460.

Woher wir das wissen ?
Wir haben es uns nicht nehmen lassen, die GTX460 in das System zu stecken :) !
Ca. 50€ Mehrpreis bedeuten das für den Geldbeutel. Für manch einen ist das in so einer knappen Kalkulation trotzdem ein ganz schöner Batzen Asche !

Die Ergebnisse GTS250 vs. GTX460Synthetische Benchmarks 3DMark06 und 3DMark Vantage

dx9-dx10-synthetische-benchmarks-gts250-gtx460

Die GTX460 fühlt sich in DirectX10 Awendungen deutlich besser aufgehoben als die GTS250! Bei DirectX9 ist die GTS250 nicht soweit entfernt von der rund 50,- Euro teureren GTX460.

Crysis Benchmark 1680×1050 DX10 High noAA

dx9-dx10-crysis-benchmark-gts250-gtx460

crysis dx10 gpu high nachphysx X4 gtx460

Deutlich lässt die GTX460 die 250er GTS hinter sich! Diese Konfiguration steht dem Billig-PC deutlich besser und es ist wirklich zu empfehlen, die 50€ Mehrkosten auf sich zu nehmen!

***********************************************************************
Eure Kommentare sind jetzt gefragt! Was hättet ihr anders/besser gemacht. Für mehr Tests ist natürlich auch mehr Zeit von Nöten. Macht Vorschläge was man dem Billig-PC noch auflasten könnte um mehr über die Performance zu erfahren.

Viel Spaß beim kommentieren, euer Spezi von OC-Freaks.de

***********************************************************************

Ergänzungen von AHCT.de:

Ersteinmal vielen Dank an Spezi!

Die verbauten Komponenten sind unserer Erfahrung nach zwar recht preiswert, aber die Qualität ist gut. Wir wollen keinen “Schrott mit Ansage” verkaufen, da es keinem was bringt!

– Das Asrock Board macht keinen Stress und im Notfall hat man noch eine kleine Geforce Grafikkarte drauf. Es ist Micro-ATX und man kann maximal noch eine PCIe Karte nachstecken (z.B. eine bessere Soundkarte oder eine TV-Karte). Viel mehr geht aber auch nicht. Auch RAM Bänke sind knapp – 2xDDR2 und 2xDDR3. Für Low Budget gehen also sinnvollerweise maximal 4 GB RAM. Das reicht!

Brenner von LG, Festplatte von Seagate: Beides aktuelle Modelle bekannter Marken, natürlich mit SATA Anschluss. Beide in Reklamationsquoten nicht auffällig! Beide sehr leise / laufruhig. Die Seagateplatte ist sogar recht flink!

–  LC-Power Netzteil (die “gute Serie”): Preis-/Leistung einfach nur Klasse. Sehr leise. Lange Kabel dran. Leider nur ein Grafikkarten PCI-Express Stromstecker, aber bei der GTX460 ist ja ein Adapter bei (die GTS250 hat eh nur einen Anschluss). An Reklamationen dieser Netzteileserie kann ich mich NCIHT erinnern!

– AMD AthlonII X3 CPU: Bin selbst erstaunt, dass der 4. Kern problemlos läuft. Das kann allerdings nicht garantiert werden! Ansonsten machen AMD X2/X3/X4 Prozessoren keine Probleme, sind günstig und haben gute Leistung!

– Das Gehäuse: Ok. Ehrliche Meinung – billige Blechbüchse! Dafür halbwegs ordentlich aufgebaut und ausreichend Platz für Laufwerke und Kühlung. Die Verarbeitungqualität geht so, es hat zumindest keine scharfen Kanten. Allerdings ist das Blech so dünn, dass es sich schnell verbiegt und die Seitendeckelschrauben nach ein paar mal auf/zu auch kurz vorm durchdrehen sind. Mit längeren Grafikkarten könnte es auch die ersten Probleme geben.

VN:F [1.9.22_1171]
Bewertung: 4.6/5 (Aus 7 Stimmen)
Billiger Gaming PC - Was kann ich davon erwarten?, 4.6 out of 5 based on 7 ratings

Tags:
Kategorie: Hardwaretests

15 Kommentare:

  1. Danke für den schönen Bericht. Ich bin mittlerweile in einer Lebensphase, in der ich nicht mehr spielen kann (keine Zeit, zu viel Arbeit) und habe seit 6 Jahren nicht mehr mit der Entwicklung auf dem PC Markt Schritt gehalten – davor war ich begeisteter Gamer/PC Bastler/OverClocker/PC Freak.

    Dein Beitrag ist unterhaltsam, informativ und schön zusammengestellt. Ich habe viel gelernt und fühle mich gut unterhalten.

    (Da stört es auch kaum, dass in fast jeden 2. Satz ein Rechtschreibfehler ist – es ist erfrischend mal was zu lesen, was nicht 100 mal gelesen und so lange bearbeitet wurde, bis es “rund” ist.)

    WEITER SO !!!

    VA:F [1.9.22_1171]
    Bewertung: 0 (aus 0 Stimmen)
  2. Danke Muppe – im Namen von “Spezi”.

    Spezi hatte den Bericht nach Feierabend noch schnell hinten im Büro zusammengetippt. Wir wollten auch alle nach Hause. Eigentlich wollte ich den Bericht dann zu Hause schnell korrigieren, aber wie es so kommt …. auf einmal ist Besuch zum Abendessen gekommen (Stichwort “… in einer Lebensphase …”) ;-)

    VN:F [1.9.22_1171]
    Bewertung: 0 (aus 0 Stimmen)
  3. Eigentlich nettes System.
    Aber ich würde in jedem Fall 4GB Ram reinstecken, Windows7 32 Bit installieren und den nicht ansteuerbaren Ram mit RAMDISK für die Page-Datei und die Temp-Ordner nutzen. Außerdem das Netzteil gegen ein BeQuiet Straight Power tauschen. Dann wird es zwar ein paar Euro teurer, aber der RAM sollte durchaus sinnvoll sein.

    Gruß,

    Matti

    VA:F [1.9.22_1171]
    Bewertung: 0 (aus 0 Stimmen)
  4. So, auch ich bin am Freitag Abend nach einem leckeren Abendmahl nicht mehr ganz fit, aber ich habe die von “Muppe” erwähnten Fehler soweit korrigiert. Bitte entschuldigt das, aber es war Freitag … ;-)

    @Matti12:
    Stimme Dir fast zu:
    Grob überschlagen sollte man 100,- drauflegen. Dafür gibts dann die GTX460, 4 GB RAM und ein 550W LC-Power Netzteil (die gute Serie, nicht die Billigserie).
    Selbst habe ich natürlich be quiet drin, aber das würde weitere 20 bis 50,- Euro Aufpreis bedeuten und ist für die mit dem Budget-Angebot angesprochene Kundschaft nicht nötig, da das LC wirklich gut ist und eine weitere Aufrüstung höchstwahrscheinlich eh nicht kommen würde!

    Das mit dem 32Bit OS verstehe ich ehrlich gesagt nicht … da sehe ich keine Vorteile!?

    VN:F [1.9.22_1171]
    Bewertung: 0 (aus 0 Stimmen)
  5. ja sorry es war spät ^^ der beitrag musste rein :D

    ich sitz hier uebrigens gerade vor meinem HD6850+8800GTX Physx System :D

    VA:F [1.9.22_1171]
    Bewertung: 0 (aus 0 Stimmen)
  6. @Spezi:
    Ich habe vollstes Verständnis …

    Verrate mal noch nicht zu viel! So ein Beitrag über eine AMD/ATI – nVidia “SLIsfire” Kombination wird bestimmt interessant. Darf bloss noch keiner wissen *gg*

    VN:F [1.9.22_1171]
    Bewertung: 0 (aus 0 Stimmen)
  7. also mit einer Windows Raubkopie spart man 89 euro die man(n) dann in die Grafikkarte stecken kann :evil:

    NEIN- Spass bei Seite… ohne gutes BS geht garnichts. Ich denke auch das ein LC Power locker reicht, wir verbauen diese seit Jahren ohne Probleme und ohne Sorgen. Aber den Aufpreis zum 64Bit BS könnte man eventuell in 1GB Ram stecken dann kanns das BS 32bit auch verwalten und es sind 1GB mehr… aber ob das wirklich was Leistungsmäßig bring weiss ich nicht so recht.

    VA:F [1.9.22_1171]
    Bewertung: 0 (aus 0 Stimmen)
  8. Achso noch ganz vergessen zu sagen … Lob für den Test und die Arbeit darum :-D

    VA:F [1.9.22_1171]
    Bewertung: 0 (aus 0 Stimmen)
  9. @Vangelis:
    32Bit & 64Bit Versionen kosten das gleiche!

    VN:F [1.9.22_1171]
    Bewertung: 0 (aus 0 Stimmen)
  10. Das 550-Watt-Netzteil ist doch absolut überflüssig. Zum einen bringt auch die “gute” Serie von LC nie die aufgedruckte Leistung sondern nur einen Bruchteil davon. Zum anderen braucht man die Power gar nicht, selbst wenn sie vorhanden wäre. Wie schon geschrieben – Wattzahlen sind Schwxxxvergleich. Ein Enermax/beQuiet/Seasonic mit 400 Watt verkraftet stärkere Komponenten als ein LC mit 600 Watt.

    Zu den großen Wattzahlen (die man als Verkäufer natürlich mag, ist doch die Gewinnspanne bei den großen Netzteilen (und bei LC generell..) höher als bei kleinen Netzteilen, hab lange genug selbst Hardware verkauft..): Selbst die Testsysteme bei computerbase.de, die mit Core-i7@4GHz, viel RAM und HDDs ausgestattet sind nehmen unter Volllast mit einer GTX480 keine 450 Watt auf. Das kleine Gamingsystem hier würde auch mit einem 350W-beQuiet zuverlässig laufen, sogar mit einer GTX460OC – jahrelang.

    Für eure Kalkulation wird das LC besser sein, da verdient man auch mal nen Euro mit. Der technische Sachverstand rät aber eher zu einem Markennetzteil mit besserer Effizienz (das 350-beQuiet aus der PurePower-Serie kostet bei Alternate/etc. auch keine 40 Euro).

    VA:F [1.9.22_1171]
    Bewertung: 0 (aus 0 Stimmen)
  11. @computerfuzzi:
    Mit den Wattzahlen der Netzteile argumentieren wir hier bei unseren Kunden 100% GENAUSO wie Du!

    Aber glaube mir: die LC Power sind recht gut! Da sie nicht gaaaanz so stark wie Enermax/bq/Tagan etc.sind, gehen wir lieber auf Nummer sicher und nehmen in der stärkeren Konfig das etwas stärke Netzteil (wie Du schon sagtest, dass was drauf steht kommt da nicht raus).

    Es geht bei diesem System nur um den Preis, da passt kein kleines be quiet rein (ausser die Pure Power Serie, aber die ist nicht doll, da ist LC besser – auch oft genug die Erfahrung gemacht!!!).

    VN:F [1.9.22_1171]
    Bewertung: +1 (aus 1 Stimme)
  12. ich würde generell nur noch auf 85+ setzen :)

    VA:F [1.9.22_1171]
    Bewertung: 0 (aus 0 Stimmen)
  13. P.S. übrigens @ Computerfuzzi:

    (Fast *gg*) alles, was Du sagst ist AUCH richtig, und ich freue mich über Deine guten und sinnvollen Kommentare!!!

    VN:F [1.9.22_1171]
    Bewertung: 0 (aus 0 Stimmen)
  14. Hey nicht schlecht. Das system wirkt zwar irgendwie recht schwachbrüstig, aber ich bin erstaunt dass man mit 449,- incl Betriebssystem nen spieletauglichen PC bekommt.

    Ich würde aber sofort noch was drauflegen und Graka auf GTX 460 aufrüsten und Ram reinsetzen. Da ich den PC bei euch kaufen würde denke ich geht das völlig problemlos. :-)

    VA:F [1.9.22_1171]
    Bewertung: 0 (aus 0 Stimmen)
  15. Genau darum ging es!

    Es ist schon interessant, dass man für “nur” 449,- schon halbwegs gut spielen kann – inkl. rund 85 für das Betriebssystem!

    VN:F [1.9.22_1171]
    Bewertung: 0 (aus 0 Stimmen)