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Zwei Tunnel in Frankfurt (Oder) seit Monaten gesperrt

Geschrieben am 01. März 2012 von Andy

Bei den Verkehrs- und Stadtplanern in Frankfurt (Oder) scheinen ja nicht die hellsten Köpfe zu sitzen! Anders kann ich es mir nicht erklären, warum seit Monaten gleichzeitig zwei wichtige Tunnel in der Stadt komplett gesperrt sind!

Durch diese tolle Planung muss ich (und viele andere) täglich mehrmals einen riesen Umweg in Kauf nehmen. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Nerven & Benzin. Noch besser: So gut wie NIE habe ich Bauarbeiter in oder an den Tunneln arbeiten gesehen!

Gestern habe ich im Tunnel der Müllroser Strasse mal genauer nachgeschaut. Ein Bauarbeiter schaute gelangweilt aus einem Gullideckel während ein zweiter mit einer handelsüblichen Bohrmaschine eine kleine Mischung Beton oder sonstwas in wahnsinniger Geschwindigkeit anrührte. Das wars! Die Baufahrzeuge hatten übrigens auch keine Kennzeichen aus der Region ….

Frankfurt Oder Februar 2012 - Tunnel Grosse Müllroser Strasse
Großbaustelle Tunnel Müllroser Strasse

Frankfurt Oder Februar 2012 - Tunnel Bahnhof
Großbaustelle Bahnhofstunnel

Hätten die Ägypter ihre Pyramiden in dieser Geschwindigkeit gebaut, dann wären sie heute noch nicht fertig!

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Kategorie: AllgemeinFeierabend

11 Kommentare:

  1. in der müllroser straße lässt die fwa unterirdisch den abwasserkanal erneuern.

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  2. … und dafür muss der Tunnel 3 Monate (vermutlich eher länger) gesperrt werden, um mit der geballten Manpower von zwei Bauarbeitern dieses Megaprojekt durchzuziehen?

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  3. Jepp, das hast du gut erkannt! Die stellen ihre Autos auch noch so hin, das man von weiten nicht beobachten kann, das sie nichts tun!

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  4. @martin: … und das hätte man nicht gleich bei der letzten (gefühlt 5 Jahre dauernden) Sperrung miterledigen können?

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  5. @Andy:
    Ging das damals in der Tätärä denn schneller?
    Meines Wissens fehlte es da ständig an Material … :whistle:

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  6. “…während ein zweiter mit einer handelsüblichen Bohrmaschine eine kleine Mischung Beton oder sonstwas in wahnsinniger Geschwindigkeit anrührte.”

    Was auf hochwertige Baustoffe, die fachmännisch verarbeitet werden hinweist.

    Die im Kanalbau zugelassenen Baustoffe enthalten zum großen Teil Komponenten, die durch langes rühren aktiviert werden müßen. Diese Komponenten machen aus einfachen Mörtel einen Abwasser- u. Chemikalienbeständigen Mörtel.
    Ansetzzeiten von 15 Min. sind beileibe keine Seltenheiten, selbst bei einer Masse von 1-2 Kg.

    Wer mag, kann nach “Ergelit” oder “Betec” als Hersteller googeln.

    P.s. Kilo Preise von bis zu 8€/kg sind dort eher üblich als die Ausnahme.

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  7. @Kanalratte: Aha, interessant…
    Stellt sich dennoch die Frage: Ist es nicht möglich, dass da mehr als 2 Personen an einem Abschnitt arbeiten? Sicherlich ist es im Kanal selbst wohl recht eng – aber kann man da nicht “aufeinander zu” arbeiten? (Also einer startet am einen, der andere am anderen Ende und sie treffen sich in der Mitte…) Das dürfte die benötigte Zeit doch halbieren, oder vergesse ich was? (Oder ist das technisch weil … nicht möglich?)

    PS: Ein völlig artfremder Mitleser – das ist schön! So wird das Wissenssprektrum schön breit… =)

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  8. @spam:
    Das weiß ich nicht mehr genau, war “damals” noch zu jung. Ausserdem gabs es “damals” ja viel weniger Autos und Verkehr.

    @Kanalratte:
    Wieder was gelernt! Ich empfinde es aber trotzdem als sehr langsam (>3 Monate für sowas / Nicht gegen die Bauarbeiter gemeint)!

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  9. @ -.ZacK.- Radio Eriwan antwortet folgendes: Im Prinzip schon, aber kommt es darauf an was genau repariert wird. Wenn es den Einstiegsschacht selber betrifft kann nur eine Person arbeiten und eine Person von oben Handreichungen machen. Diese “Sicherungsposten” genannte Person darf sich nicht vom Schacht entfernen; Sie muß ständigen Sichtkontakt zur arbeitenden Person halten. Daher fällt die Variante “zwei unten, einer oben” also aus.
    Der Gemeinde Unfall Versicherungs-Verband als zuständige Institution verlangt einen Sicherungsposten pro tätiger Person, manche Städte oder andere Kanalbetreiber zwei Sicherungsposten.

    Zum Schacht selber, 95% der Schächte haben einen Durchmesser von 1000 mm. Wobei pro Meter Tiefe 3-4 Steigeisen ca. 20 cm weit in den Schacht einragen. Nicht viel Platz, kannst Du mir glauben.

    Wenn an den Rohren selber gearbeitet wird, 85% haben Europaweit einen Durchmesser von unter 400 mm, kommen meisten fernbedienbare Roboter zum Einsatz, oder es werden gleich “Inliner” eingezogen. Das ist ein Harz-getränkter Filz- oder Glasfaserschlauch. Die wenigsten Firmen haben die Möglichkeit mehr als einen Robbi pro Haltung, so nennt man die Rohre zwischen zwei Schächten, einzusetzen. Bei Anschaffungskosten von 500.000€ pro system verständlich.

    Fazit: sei froh, wenn einer arbeitet.^^

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  10. @Andy, ich versuche mich mal an den drei Monaten Ausführungszeit. Als Grundlage nehme ich mal dein zweites Foto. Gemacht werden soll “alles”. Ich werde mal ganz wild die Eigentümer vermuten.

    -Oberflächenerneuerung (Straße) -> Land Brandenburg (da Landstraße)
    -Oberflächenerneuerung (Gehwege)->Tiefbauamt Frankfurt
    -Kanalsanierung -> Stadtentwässerung Frankfurt
    -Beleuchtung -> Stadtwerke Frankfurt
    -Telefonkabel -> Telekom
    -Stromkabel -> Stadtwerke Frankfurt (andere Abteilung)
    -Schienen -> Stadtverkehrsgesellschaft mbH Frankfurt (Oder)
    -Tunnelbauwerk -> Deutsche Bahn

    Da haben wir acht Ausschreibungen die vermutlich alle die Schwellenwerte (siehe Ausschreibung in Wikipedia) überschreiten werden. Daher sind vermutlich acht auswärtige Firmen an der Maßnahme beteiligt, die nicht gleichzeitig arbeiten können. Jede Firma muß einen auf Ihr Gewerk abgestimmten Verkehrsplan bei den zuständigen Stellen (Land Brandenburg, Stadtverkehrsgesellschaft und Ordnugsamt Frankfurt) einreichen und genemigt bekommen. Da das ein Wahnsinns Unterfangen ist, werden alle eine Ausreichende Zeitliche Sicherheit einbauen.
    Jede Firma muß also die Beschilderung und Baustellen Absicherung auf ihre Bedürfnisse angepasst neu aufbauen. In den seltesten Fällen nutzt eine Firma die Ausstattung einer anderen, also baut jede selber auf und ab. Da nicht ortsansässig, dauert das gerne mal einen ganzen Tag. Also 16 Tage nur für Schilder, Warnbaken und Absperrungen.

    So viel Text und ich habe noch keinen Gutachter erwähnt, der kurzfristig gerufen wurde und ohne dessen Schriftlichen Bescheid niemand was machen kann, erwähnt zu haben.

    Ich hoffe das gibt einen kleinen Einblick in meinen täglichen Wahnsinn.

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  11. @Kanalratte:

    Danke für die Einblicke!
    Ich kann mir das schon gut vorstellen, dass es so oder so ähnlich abläuft!
    Ich erlebe selbst genug Bürokratie (aktuell geht mir das statistische Bundesamt monatlich mit der Erstellung Zwangsstatistiken auf die Nerven)!

    Bleibt trotzdem, dass es unnötig langsam und verzögert abläuft (meine bescheidene Meinung). Man könnte damit ja noch fast leben, wenn nicht zwei weitere Hauptschlagader-Tunnel zeitgleich wegen Bauarbeiten gesperrt wären!

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