Einer der PCs den ich gerade wieder dem Kunden übergeben habe war am Anfang eigentlich ein ganz normaler Fall.
Erste Diagnose des Arbeitsrechners: Mainboard defekt. Richtlinie der Kundin -> maximal 100€ für alles. Da auf dem alten Board noch DDR1 – RAM steckte und auch eine Speicheraufrüstung angedacht war griffen wir zu einem µATX-Board von ASRock mit LGA-Sockel, DDR2 und onBoard-Grafik.
Aufgrund einer Verständnisschwierigkeit zwischen mir und dem Chef ging ich davon aus, dass definitv nur das Board defekt sei und montierte demnach alles ohne weitere Tests in dem (verdammt engen) µATX-Tower. Auch bekam der PC einige Kabelbinder verpasst, sodass alle Kabel schön an Ihrer Stelle saßen.
Anschalten, Lüfter drehen alle, und… …Bild? BIOS-BEEP?
Ein überstehendes Montageblech verhinderte das Demontieren des CPU-Kühlers zum Tausch & Test der CPU. *grml*
Also: Kabelbinder auseinander schneiden und alles wieder raus…
Mist. Die CPU ist auch defekt. Zugegeben, das passiert recht selten, wunderte mich aber bei einem Pentium 4 im µATX-Gehäuse ohne viel Kühlung dann doch nicht besonders. Da wir allerdings keine vergleichbar günstige CPU für den Sockel775 auf Lager hatten mussten ich etwas umdisponieren.
Wieder ein µATX-Board von ASRock, wieder DDR2 und wieder onBoard-Grafik – nur diesmal sollte ein Athlon64 X2 3600+ das Herz sein.
Diesesmal wurde der PC als “Luftschloss” installiert und einige Zeit betrieben, es folgten ausführliche Tests. So ausführlich, das plötzlich die Zeit zum Zusammenbau fehlte. Also so schnell wie möglich wieder alles in dieses eklige µATX-Gehäuse gequetscht – bis ich zum Festplattenkäfig kam:

(draufklicken zum Vergrößern)
*gnarf*
Das war eng. Richtig eng. Nicht bloß räumlich, auch zeitlich. Der Kunde stand bereits vorn und unterhielt sich mit dem Chef. Und ohne den zusätzlichen gewinkelten Molex – S-ATA – Adapter hätte es gar nicht gepasst.
Egal was man macht, zu viel oder zu wenig testen – irgendwie ist es immer falsch.
[KW]