Theorie und Wirklichkeit
Freitag, März 2nd, 20121. Ein Kunde möchte schnellstmöglich eine gewöhnliche deutsche Cherry-Tastatur, die wir leider in der gewünschten Farbe nicht auf Lager haben. Ich bestelle das benötigte weiße Modell beim Großhändler.
Theorie: Der Artikel wird wie gewohnt am nächsten Tag geliefert.
Wirklichkeit: Irgendein Lagerhorst vergisst den einzig wirklich wichtigen Artikel der Bestellung einzupacken.
2. Ich beschwere mich beim Großhändler.
Theorie: Der Artikel wird kostenfrei nachgeliefert und ist am nächsten Tag bei mir.
Wirklichkeit: Der Frachtführer lässt das Paket in irgendeinem Umschlagzentrum stehen.
3. Ich beschwere mich beim Frachtführer.
Theorie: Der Frachtführer entschuldigt sich und das Paket kommt unversehrt am wiederum nächsten Tag.
Wirklichkeit: Der Frachtführer entschuldigt sich nicht. Das Paket kommt demoliert am nächsten Tag an.
4. Ich prüfe wegen des beschädigten Kartons die Ware. Zum Glück ist nur die Umverpackung beschädigt, der Artikel ist einwandfrei.
Theorie: Der Kunde bekommt endlich seine Tastatur – alle sind glücklich.
Wirklichkeit: Was zur verdammten Hölle nochmal?!?!?
Hier stimmt doch irgendwas nicht? Na toll. Warum zum Teufel ist in einem mit “QWERTZ GER LAYOUT” beschrifteten Karton eine schwedisch/finnische Tastatur?
Theorie: Ich werde sauer.
Wirklichkeit: Ich werde RICHTIG sauer, unterdrücke meinen Unmut aber und teile dem Kunden freundlich mit, dass leider die falsche Tastatur geliefert wurde und wir uns um schnellstmögliche Lösung bemühen. Der Kunde hält mich für komplett inkompetent. Ich bestelle auf eigene Kosten per 12 Uhr Express bei einem anderen Händler die richtige Tastatur (und mache damit Verlust) um den Kunden nicht ganz zu vergraulen und beschäftige mich anschließend auch noch ausdauernd mit der Reklamationsabteilung des ersten Großhändlers um die für uns unbrauchbare, da unverkäufliche, Tastatur wieder loszuwerden.
…
Und genau solche Geschichten sind es, die einem die ganze Woche vermiesen können. Wir haben alles richtig gemacht und der Kunde musste trotzdem geschlagene vier Tage auf seinen Wunschartikel warten – wenn da noch ein Wochenende dazwischengelegen hätte, durchaus auch länger. Der Kunde ist natürlich auch sauer und zu allem Überfluss haben wir auch noch Verlust gemacht (die entstandene Arbeitszeit noch nicht mal eingerechnet).
Naja. Morgen ist Wochenende.


















